| Alte Schildkröten-Art entdeckt |
|
Phnom Penh (AFP). In Kambodscha haben Biologen eine Riesenschildkröten-Art wiederentdeckt, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts als ausgestorben galt. Ein Forscherteam fand eine Kolonie der bedrohten, bis zu mehr als 30 Kilogramm schweren Schildkröte an einem Flusslauf. Die Schildkröten-Art war früher im Besitz der königlichen Familie Kambodschas, die sich deren hühnereigroßen Eier als Delikatesse schmecken und die Tiere per Dekret schützen ließ. |
| Quelle: Westdeutsche Zeitung Mittwoch, 28. Februar 2001 |
| Evolution schluckt ihre Kröten |
|
Seit 150 Jahren verschwinden in Deutschland die Arten. Aber bis heute stehen Landschaftsplaner ratlos vor dem Rückzug von Flora und Fauna. Ein Ökologe fordert: Die Bauern besser einbeziehen! Die Verwalter stillen Sterbens fügen ihrer Aufstellung Jahr um Jahr weitere Todeskandidaten hinzu - Kibitz und Rauchschwalbe setzen sie nun auch auf die rote Liste, welche vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen verzeichnet. Artenschwund - "ein Beweis dafür, dass die aktuelle Landschaftsplanung ihren Aufgaben nicht gewachsen ist", urteilt Bernd Gerken, Professor für Tierökologie an der Universität Paderborn. Zusammen mit 200 Fachleuten aus ganz Europa diskutierte Gerken dort jetzt die Frage, wie Menschen künftig planen können, ohne Fauna und Flora auszudünnen - und schließlich zu erdrücken. RP-Redakteurin Kathrin Lenzer sprach mit dem Ökologen über Nachhaltigkeit und das Ende der Knoblauchkröte. "Landschaftsplanung contra Evolution?" lautet der Titel
ihrer Tagung. Planen wir also gegen die Regeln der Biologie? Was muss sich ändern? Gibt es dafür positive Beispiele? Nun sind Glockenblumen oder Knoblauchkröten keine schwergewichtigen
Argumente, wenn es um Arbeitsplätze geht. Schauen Sie pessimistisch in die Zukunft? Oder die Renaturierung der Emscher. Klar kann man kritisieren, das komme 30 Jahre zu spät. Aber es ist doch gut, dass es jetzt gemacht wird. Der Mensch soll mutig sein, er darf Fehler machen - dumm ist nur, wenn er nichts daraus lernt. |
| Quelle: Westdeutsche Zeitung Mittwoch, 28. Februar 2001 |