| Zäune retten Kröten in Düsseldorf das Leben |
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Foto: Alsleben |
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Quelle: Westdeutsche Zeitung Mittwoch, 21. März 2001, S.1 |
| Rettungsaktion an der Talsperre für 5000 Krebse |
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Foto: Gerhard Bartsch An der Ronsdorfer Talsperre wird wegen der Sanierung das Wasser abgelassen. Tausende von Flusskrebsen werden für diese Zeit umgesiedelt - ein mühsames Unterfangen. Von Inga Leister Ronsdorf. Astacus Astacus. So lautet der lateinische (Doppel)- Name des Flusskrebses, der an der Ronsdorfer Talsperre für einigen Wirbel sorgt. Der Edelkrebs muss umziehen. Wegen Sanierungsarbeiten soll jetzt für etwa zweieinhalb Jahre das restliche Wasser aus der Talsperre abgelassen werden. Ihre Bewohner bekommen solange ein neues Heim. Rund 20 Helfer von Wupper- und Fischereiverband, Förderverein und Sachverständige machten sich deshalb am Samstagmorgen auf die Suche nach den Schalentieren. "Etwa 5000 Flusskrebse gibt es hier", schätzt Teichwart Kurt Sagemüller. Jürgen Fries vom Wupperverband meint: "Das liegt auch an der Trinkwasserqualität des Talsperrenwassers." Die Tiere zu finden, ist gar nicht so leicht. Fischereisachverständiger Walter Schröder erklärt die Vorgehensweise: "Das Wasser wird pro Nacht einen halben Meter abgelassen. Die Krebse kommen dann aus ihren Verstecken und sind leichter zu finden Dann kann man sie auch absammeln." Leicht gesagt. Mit ihrer grünbraunen Farbe passen sich die Tiere dem Untergrund nahezu perfekt an, verstecken sich auch gerne unter Steinen. Zirka siebzig Exemplare wurden bereits eingesammelt als das Wasser noch gestaut wurde. Gerhard Lach vom Fischereiverein Erholung rechnet mit den meisten Edelkrebsen am Ende der Woche: "Die Tiere gehen dem Wasser nach." Insgesamt können die Sammler an diesem Morgen 51 Flusskrebse aufspüren, die Sagemüller sorgfältig nach Größe und Geschlecht dokumentiert. Der größte Krebs bisher ist 12,5 Zentimeter lang. Sagemüller bringt die Edelkrebse in ein Becken unterhalb der Staumauer, ihr Übergangsdomizil. Hier werden sie in der Zeit der Sanierung überleben. "Hältern" nennt man das, wie Schröder erläutert. 150 von ihnen sollen in etwa zweieinhalb Jahren wieder in der Ronsdorfer Talsperre angesiedelt werden. Der Rest werde im Laufe der Zeit im Flusssystem der Wupper wieder ausgesetzt, berichtet Jürgen Fries vom Wupperverband. Nächsten Samstag treffen sich die Helfer wieder. Schließlich gibt es auch noch Fische in der Talsperre. Und die wollen auch gerettet werden. |
| Quelle: Westdeutsche Zeitung Montag, 19. März 2001, S.7 |
| Krötentod auf nassem Asphalt - Riskante Wege: Huckepack ins Laichgebiet |
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Foto: Kurt Keil Auf dem Weg zu ihren Laichgebieten müssen Erdkröten, Frösche und Molche Mauern und Straßen überwinden. Dabei brauchen sie die Hilfe der Tierschützer. Von Marion Troja Wuppertal. Sie sind braun, glitschig und haben Warzen. Jedes Jahr sterben hunderte von ihnen auf den Straßen Wuppertals. Von Berührungsängsten keine Spur bei einer großen Kröten-Rettungsaktion: Mit beiden Händen packen die Kinder zu, sammeln die Amphibien in ihre Eimer und setzen sie behutsam an den nahgelegenen Teichen aus. "Die Kröten sind bei diesen Temperaturen und der entsprechenden Witterung auf dem Weg in ihre Laichgebiete", erklärt Umweltberaterin Ingrid Brandt. Aus dem Wald schleppen die weiblichen Erdkröten ihre Männchen Huckepack zu dem Gewässer, in dem sie auch selbst geschlüpft sind. Doch ihr Weg ist beschwerlich und gefährlich. Mauern versperren ihre Bahn. Autofahrer nehmen nicht einmal wahr, dass sie wie hier auf dem Böhler Weg etliche Tiere getötet haben . Die Kinder entsetzt der Anblick, sie stoppen die Wagen und informieren über die derzeitige Wanderung der Kröten. Noch ein paar Wochen kann es dauern, bis alle Tiere ihr Laichgebiet erreicht haben. Brandt empfiehlt, an den beschilderten Stellen abends ab der Dämmerung nicht mehr mit dem Auto zu fahren. Nach gut einer Stunde haben die Tierschützer bereits über 100 Amphibien eingesammelt und in Sicherheit gebracht. Zur Belohnung gibt es einen Stempel in ihren "Spürnasenpass". Etwa 20 Aktionen bietet das Umweltamt für Kinder von acht bis 14 Jahren an. Dazu gehört nicht nur die Rettungsaktion für die Kröten, sondern auch eine Tierspurensuche mit dem Förster im Wald und ein Umweltquiz auf der Hardt. Und für jede gute Tat gibt es den Stempel. Gelernt haben die Kinder während dieser kurzen Aktion eine ganze Menge. "Wir haben nur einen Grasfrosch und einen Molch gefunden. Beide Arten sind vom Aussterben bedroht", erklärt Brandt. Wichtig sind die Amphibien vor allem in der Nahrungskette. Sie selbst ernähren sich von Insekten und Weichtieren. Gefressen werden sie unter anderem von großen Vögeln wie Reihern. Gute Chancen zu Überleben haben die Kröten, Frösche und Molche am Schloss Lüntenbeck. Denn hier hat das Gymnasium Vohwinkel eine Patenschaft übernommen. Jeden Tag werden Schüler abgestellt, um die Tiere sicher zu ihren Revieren zu bringen. Wer sich an den Schutzaktionen beteiligen möchte, kann sich bei Ingrid Brandt unter der Rufnummer 563 6789 melden. |
| Quelle: Westdeutsche Zeitung Mittwoch 14. März 2001, S.9+11 |
| Käfer als Spürhunde |
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| Quelle: National Geographic Deutschland März 2001, S.11 |
| Furchtbares Opfer |
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Mit vier Zentimeter Körperlänge - ohne Beine - gehören die Weibchen der australischen Nephila-Spinnen zu den eindrucksvollen Erscheinungen in der Welt der Achtbeiner. Die fünf Millimeter großen, orangefarbenen Männchen sind dagegen Zwerge. Ihr einziger Zweck ist die Fortpflanzung. Ein riskantes Unternehmen, das sie oft mit dem Leben bezahlen: Viele werden noch während des Akts von ihrer Partnerin verspeist. So bestimmt das Weibchen, wie viel Sperma ein Männchen übertragen darf, vermuten die Biologin Jutta Schneider aus Mainz und Mark Elgar von der Universität von Melbourne, Australien. Um den Erfolg des Kamikazeakts zu steigern, "verschraubt" das Männchen die dreieckige Spitze seines Kopulationsorgans durch eine 180-Grad-Drehung des Weibchen. Selbst wenn die Spinnenfrau sich ihren Partner längst einverleibt hat, überträgt dessen fruchtbarer Rest noch weitere Spermien. |
| Quelle: National Geographic Deutschland März 2001, S.15 |
| Juwelen auf Beinen |
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Text Ronald D. Cave In den Bergwäldern von Honduras, einer Welt zwischen den Wolken, beobachten und sammeln der Entomologe David Hawks und ich Chrysina-Käfer. Wir wollen wissen, wie viele es gibt, wo und wie sie leben. Wir und andere Teams haben in Honduras seit 1992 schon sieben neue Arten entdeckt. Und wir haben eine Spezies wiedergefunden, die als ausgestorben galt. Die prächtigen Käfer locken natürlich auch kommerzielle Sammler an. Ein leuchtend rotes Exemplar kann umgerechnet 500 Mark bringen, ein goldfarbenes mehr als 1000. Naturschützer fürchten deshalb, dass der Handel diese Käfer bedrohlich dezimieren könnte. Unsere Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass für den Bestand wohl keine Gefahr droht. Insekten sind nicht so rar wie Jaguare. Wenn die Sammler in der Natur ausgewachsene Käfer fangen, bleiben immer noch Millionen von ihren Eiern, Larven und Puppen in der Erde. Und schon ihr Lebensraum schreckt die meisten Interessenten ab. Viele der Nebelwaldhabitate sind nur mit beschwerlichen Fußmärschen zu erreichen; zu anderen kommt man nur per Hubschrauber. Nicht die Hobbysammler bedrohen also die Bestände der Käfer. Diese sind vielmehr durch den Verlust ihres Lebensraums gefährdet. Immer mehr Tropenwälder werden in Farmland umgewandelt. Wir denken, dass ein kontrollierter Käferfang durch die Bevölkerung - und später einmal die Zucht dieser Insekten - die Waldzerstörung aufhalten könnte. Erfolgreiche Modelle mit der Züchtung von Schmetterlingen und anderen Insekten haben gezeigt, dass es funktioniert. Dann wird vielleicht auch die Bevölkerung in Honduras feststellen, dass ein Wald voller sechsbeiniger Juwelen ertragreicher ist, als wenn man ihn abholzt. |
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| Meister der Tarnung |
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Der Lebensweg eines Goldkäfers beginnt bescheiden. In verrottende Baumstümpfe legen die Weibchen einige Dutzend Eier, deren Entwicklung sie dem Schicksal überlassen. Nach dem Schlüpfen graben sich die Engerlinge in das Holz und ernähren sich von Zellulose, die sie mit Hilfe symbiotischer Bakterien und Pilze verdauen. Nach einem Jahr formen die Engerlinge im verrottenden Holz Kammern und verpuppen sich darin. Im Mai, wenn die Regenzeit einsetzt, schlüpfen die Käfer - blass und weich. Erst in den nächsten Stunden entwickeln sie ihre herrlichen Farben. Wir vermuten, dass die ausgewachsenen Käfer anschließend drei Monate in den Baumkronen leben. Dort fressen sie Blätter, dort paaren und verstecken sie sich. Die Evolution hat die prächtigen Käfer mit perfekten Tarn- und Täuschungsfarben ausgestattet - umso mehr freuen wir uns über jeden Fund. [...]. Chrysina cusuquensis lebt nur im Wald von Cusuco: in Höhen über 1800 Metern, für Menschen nur mühsam zu erreichen. Ähnlich unzugänglich ist die Heimat von Chrysina cavei, einer Art, die David nach mir benannt hat. Das Männchen setzt seine orange-blauen Hinterbeine ein, um Rivalen beim Kampf um Weibchen aus dem Feld zu schlagen. Die nadelscharfen Sporen und Klauen können auch die Hand eines unvorsichtigen Menschen schmerzhaft verletzen - selbst wenn man seinen Namen mit ihm teilt. Inmitten Scharen tanzender Motten lauere ich darauf, dass eine Chrysina auftaucht. Wenn diese metallisch leuchtenden Käfer ins Licht kommen, ist es, als fielen Sterne vom Himmel. Die Flügeldecken gefangener Käfer markieren wir mit kleinen Nadelstichen in einer Art Morsecode, der angibt, wann und wo wir sie beobachtet haben. "In manchen Nächten fangen wir die selben Tiere mehrmals", erzählt Dave, "doch sehr oft gehen uns nur Neue in die Falle." Nach der ökologischen Wahrscheinlichkeit ist dies ein Hinweis auf die große Zahl von Käfern in der Region. Am nächsten Tag erleichtert sich eine markierte Chrysina spectabilis auf die Hand, die sie entlässt - für die Käfer Routine vor dem Start. Bei unseren Studien über Vorkommen und Verhalten dieser geflügelten Edelsteine wollen wir nun auch prüfen, wie viele dieser Tiere man fangen darf, ohne ihren Bestand zu gefährden. Wir wollen zudem klären, ob und wie man die Käfer in speziellen Farmen züchten kann. Wenn das geht, könnten die Einwohner davon leben, ohne ihre Wälder zu zerstören. Uns aber wird so ein fliegender Brillant immer viel mehr bedeuten als sein Preis in einem Katalog für Sammler. |
| Quelle: National Geographic Deutschland März 2001, S.156-165 |