Die Schlange melken hilft heilen
Auf Tuchfühlung mit einer Klapperschlange - nein Danke! Wer dem Giftzahn dieses Reptils im Wege steht, ist in fünf Minuten tot. Aber medizinischfachgerecht unter die Haut gespritzt, verhalf es dem asthmakranken Horacio Stehling (49) zu neuem Leben. "Seither weiß ich wieder, wie es sich anfühlt, gesund zu sein." Stehling, Friseurmeister in Bottrop, vertraute sich der wenig bekannten Schlangengift-Therapie an. Seit seiner Kindheit litt er unter Asthma-Attacken, hatte eine leidvolle Krankenkarriere hinter sich: Atemnot, eine Odysse von Arzt zu Arzt, Resignation. Da hörte Stehling von der Schlangengift-Therapie. Er ließ sich von Heilpraktiker Norbert Zimmermann (49) in Bottrop untersuchen und behandeln. Der Leiter des Zentrums für Naturmedizin verfügt über mehr als 20-jährige Erfahrung mit der Methode. Nach vier Sitzungen war der Durchbruch erziehlt. "Ich spürte, wie Mühlsteine von meiner Brust fielen.", so Stehling. Nach weiteren sechs Behandlungen war das Asthma besiegt. Was auf den ersten Blick nach Wunderheilung klingt, hat eine heilkundliche Basis. "In der Homöopathie, der Lehre von den Heilkräften der Natur, ist die Behandlung mit Gift, zum Beispiel auch von Bienen und Pflanzen, gängige Praxis", bestätigt Dr. med. Gisela Steinhoff aus Höxter. Mit ihrem ärztlichen Wissen kann sie diese Heilmethoden aus schulmedizinischer Sicht beurteilen, als Vorstandsmitglied des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte ist Steinhoff von ihrem Potential überzeugt. "Gifte von Schlangen, nach homöopathischen Kriterien erzeugt, haben großen Erfolg bei akuten und chronischen Leiden. Allerdings gibt es Grenzen der Behandlung, wo die Schulmedizin Priorität hat." Grundlage der Homöopathie ist der Leitsatz, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen. "Die Heilung", so Zimmermann, "hängt entscheidend von der Dosis ab. Ein Hundertstel Milligramm genügt für die Behandlung chronischer Krankheiten wie Asthma, Rheuma oder Migräne." Ähnliches mit Ähnlichem zu behandeln, heißt: Schlangengift kann nicht nur einen Schlangenbiss heilen, sondern auch Beschwerden, die denen von einem Schlangenbiss verursachten ähnlich sind, aber andere Ursachen haben. So sind es Neurotoxine, Gifte, die auf das Nervensystem wirken, mit denen die Schlange ihre Opfer lähmt. Als Heilsubstanz hebt es Muskelverspannungen auf. Die Schlangenbeute verblutet innerlich dur Hämolysine. In höchster Verdünnung lässt sich damit Lungenembolien, hervorgerufen durch Blutgerinsel, vorbeugen. Generell gilt: Jedes Leiden verlangt ein anderes Schlangengift. Die Kosten pro Sitzung liegen bei rund 200 Mark. Die Schlange in der Heilkunst - was die alten Hochkulturen bereits wussten, wird heutzutage wieder entdeckt: Kobra, übernehmen sie. bär
Quelle: Prisma 34/2001, S.55

Ein Schlafsack für die Ringelnatter
Wissenschaftliches Projekt in Dormagen soll die Schlangenart vorm Aussterben bewahren

Von UWE WITSCH

DORMAGEN. Die Schlange ist im Busch. Dieses mal im wahrsten Sinne des Wortes. Es geht dabei um die Ringelnatter im Knechtstedener Busch am Rande von Dormagen-Delhoven.

Das Haus der Natur, eine biologische Station im Kreis Neuss, will das Reptil im Rheinland vorm Aussterben bewahren. Zu diesem Zweck hat es unter dem Titel "Ein Schlafsack für die Ringelnatter" ein neuartige, wissenschaftliches Projekt ins Leben gerufen. Partner sind dabei das Staatliche Forstamt Bonn, die Stadt Dormagen, der Ringelnatter-Forscher Heinz-Peter Eckstein und die Firma 3M Deutschland GmbH in Neuss.

Den Begriff Schlangen-Schlafsack darf man nur im übertragenden Sinn verstehen. Es handelt sich dabei um Holz- und Aluminiumtafeln, die im Wald ausgelegt werden und den Tieren als Aufwärm- oder Versteckplatz dienen. Die Tafeln sind auf der Oberseite mit einer schwarzen 3M-Folie beschichtet, die normalerweise als Steinschlag-Schutzfolie auf Fahrzeugen zum Einsatz kommt. Sie dient im Projekt in Verbindung mit einfallendem Sonnenlicht als Wärmesammler. Auf der Unterseite der sich schnell erwärmenden Aluminiumtafeln befindet sich die Thinsulate-Wärmeisolierung. Das leichte und dünne Mikrofaservlies, bekannt vor allem aus der Fertigung von Outdoor-Bekleidung, schützt den Ruheplatz der Schlangen einerseits gegen zu starke Aufheizung und hilft andererseits den wechselwarmen Tieren, ihre Körpertemperatur lange Zeit konstant zu halten. Rund 60 beschichtete Tafeln sind im Knechtstedener Busch verteilt und werden regelmäßig kontrolliert. Aufkleber weisen Wanderer auf das wissenschaftliche Projekt hin.

Das Untersuchungsgebiet sei in früheren Zeiten mit seinen Wäldern, Sümpfen und Gewässern ein wahres Paradies für Ringelnattern gewesen, berichtet Ralf Krechel vom Düsseldorfer Institut für Vegetationskunde, Ökologie und Raumplanung. Die Ursachen für den dramatischen Rückgang liegen für ihn auf der Hand: Auch die letzten Sumpf- und Ödländer seien urbar gemacht, die Landnutzung in all ihren Nuancen intensiviert worden. Zum Lebensraum der Ringelnatter gehören aber stehende Gewässer und Feuchtwiesen, wo sie für ihre Ernährung Amphibien und deren Kaulquappen findet.

Im Knechtstedener Busch wird auch die Landwirtschaft in das Projekt mit einbezogen. So mancher Gartenbaubetreiber hat nichts dagegen, wenn die für Menschen ungefährlichen Nattern ihre Eier in Komposthaufen legen und die geschlüpften Jungen in Teichen Nahrung suchen.

Haus der Natur, Kloster Knechtsteden, 41540 Dormagen, Telefon 02133/50 23-0.

Quelle: Rheinische Post Donnerstag, 23. August 2001

Deutsche Urlauber mussten Insekten essen

Kuala Lumpur - Ein deutsches Ehepaar und ihre Tochter verirrten sich im tiefen Dschungel von Malaysia. Sie hatten Angst, zu verhungern und aßen Ameisen, Spinnen, Raupen - und sogar Grashüpfer. Chemiker Peter Nagler (42), Ehefrau Christine (42) und Tochter Alissa (9) aus Frankfurt/Main machten Urlaub in den berühmten Cameron Highlands. Ohne Führer brachen sie zu einer Tour in den Urwald auf. Sie verliefen sich, irrten im Kreis umher. Es regnete, die Nacht brach herein. Der Großvater war im Hotel zurückgeblieben, alamierte die Polizei. Suchtrupps durchkämmten den Urwald. 20 Stunden später wurden die Deutschen in 1840 Meter Höhe gefunden, völlig durchnässt. Der Familienvater: "Wir haben uns vor allem Sorgen um unsere Tochter gemacht. Aber meine Frau ist Ärztin, wusste, welche Insekten wir essen mussten, um den Hunger zu überstehen. Besonders die Spinnen schmeckten ekelhaft."

Quelle: BILD Freitag, 17. August 2001, S.1

Der Friedhof der Krokodile

Tausende Tiere geschlachtet und gehäutet - für jedes gibt es 5,40 Mark

General Diaz (Paraguay) - Die Jagd beginnt im kühlen Morgengrauen. Dann liegen die Krokodile als Kaltblüter noch starr und wehrlos im Wasser. Mit hölzernen Kanus oder zu Fuß durchqueren Jäger das hüfthohe Wasser. Entdecken sie ein Opfer, wird es mit Holzprügeln, Äxten oder Macheten erschlagen. Am Pilcomayo-Fluss, in der Grenzregion zwischen Paraguay und Argentinien, wird eine ganze, vom Aussterben bedrohte Art sogar mit Genehmigung der Regierung abgeschlachtet. Grund ist eine nie dagewesene Dürre. Seit 1996 wird das Wasser des Pilcomayo-Flusses, der früher Nebenarme, Seen und Sümpfe flutete, für die Bewässerung von Feldern nach Argentinien verkauft. "Der Pilcomayo-Fluss ist nun mehr ein Rinnsal. Zehntausend Krokodile", sagt ein Tierschützer, "verhungern, weil es keinen Fisch mehr gibt." Manchmal sind ganze Flussabschnitte über Nacht ausgetrocknet. Fische und Krokodile verenden im Schlamm. Um den Rest des Bestandes zu retten, soll jetzt ein Viertel der 10000 Yacare-Krokodilen sterben. Doch Tierschützer bezweifeln, ob auch nur ein einziges Tier die Jagdfreigabe überlebt. Die toten Krokodile werden in Kanus gehievt, enthäutet und gepökelt, ihre Häute zu Handtaschen verarbeitet. "Für die Jäger", so ein Tierschützer, "ist es das Geschäft ihres Lebens."

Quelle: BILD Freitag 17. August 2001, S.14

Kleine Schlange ganz schön verdreht

Sie ist erst wenige Zentimeter lang und noch nicht einmal fingerdick: Die zwei Tage alte Schlange, die im Reptilienzoo Regensburg zur Welt gekommen ist. Doch obwohl die Kleine noch mächtig zulegen muss, bis sie ausgewachsen ist (bis zu 1,50 Meter) - so biegsam wie eine Große ist sie allemal. Die Farbe wird die Grüne Baumpython innerhalb des ersten Jahres noch wechseln: von rot zu mintgrün.

Quelle: Westdeutsche Zeitung Dienstag, 14. August 2001, S.12

Killer-Schlange tötet nur Frauen! Schon 7 Opfer

Lagos (Nigeria) - Die Polizei ist ratlos, ein Land in Panik. Viele glauben an einen bösen Fluch verzauberter Riesenschlangen, dem Frauen im westafrikanischen Nigeria seit Wochen zum Opfer fallen. Rijiyr Zaki, ein Dorf im Norden des Landes. Nach einem Bericht der Zeitung "Lagos Vanguard" sind bereits sieben Frauen von Giftschlangen getötet worden. "Bei den beiden ersten Fällen", sagt ein Polizeisprecher, "dachten wir, dass die Ehemänner ihre Frauen den Schlangen vorgeworfen haben." Doch dann entkam ein Opfer, beschrieb die Giftschlange, die sie angegriffen und verfolgt hätte - wahrscheinlich eine giftige Gabun-Viper. Sie wird 1,80 Meter lang, ihr Gift lähmt das Herz des Opfers. Es blieb nicht der letzte Angriff. 19 weitere Frauen aus demselben Dorf wurden beim Wasserholen und Brennholzsammeln von Giftschlangen attackiert und gebissen. Die Frauen schweben in einem Trance-Zustand, können kaum sprechen. Jetzt wurden ungewöhnliche Helfer zu den Opfern geschickt. Dorfältester Fredo Owada: "Wir haben die berühmtesten Schlangenbeschwörer gerufen, damit wir die Bestien loswerden, bevor sie alle unsere Frauen getötet haben."

Quelle: BILD Samstag 4.August 2001, S.16

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