Kleinstes Reptil der Welt entdeckt
Gerade 16 Millimeter misst das kleinste Reptil der Welt, ein Zwerg-Gecko mit dem Namen Jaragua Sphaero. Evolutionsbiologen haben ihn auf der karibischen Beata-Insel und benachbarten Flecken der Dominikanischen Republik entdeckt und stellten ihn in der Dezemberausgabe des "Caribbean Journal of Science" vor. "Unser Fund zeig, dass wir immer noch nicht alles über die Arten der Erde wissen", bemerkte die federführende Autorin des Berichts, Blair Hedges, von der Staatlichen Universität Pennsylvanias. Das winzige Reptil ist nur eines von mehreren Miniatur-Arten, die sich in der Karibik erhalten konnten. ddp
Quelle: Rheinische Post Dienstag, 4. Dezember 2001

Nur 16 Millimeter misst eine neu entdeckte Gecko-Art. Ein kubanischer Kolibri ist gerade mal fingergroß

New York (dpa). Nur 16 Millimeter misst das kleine Reptil der Welt, ein Zwerg-Gecko mit dem Namen Jaragua Sphaero. Evolutionsbiologen haben ihn auf der karibischen Beata-Insel und benachbarten Flecken der Dominikanischen Republik entdeckt und stellten ihn in der Dezemberausgabe des "Caribbean Journal of Science" vor. "Unser Fund zeig, dass wir immer noch nicht alles über die Arten der Erde wissen", bemerkte die federführende Autorin des Berichts, Blair Hedges, von der Staatlichen Universität Pennsylvanias. Das winzige Reptil ist nur eines von mehreren Miniatur-Arten, die sich in der Karibik erhalten konnten. Die Inselkette im Osten bis Südosten der USA beherbergt auch den kleinsten Vogel der Welt: Der in Kuba beheimatete Bienen-Kolibri ist gerade fünf Zentimeter lang. Der ein Zentimeter große Monte Iberia Eleuth ist der kleinste Frosch der nördlichen Hemisphäre. Er liegt Kopf an Kopf im Wettstreit um den "Weltmeister-Titel" mit einer ebenso großen Art aus dem Süden. Die Karibik stellt auch die kleinste Schlange der Welt. Die "Lesser Antillean Threadsnake" lebt auf den Westindischen Inseln und ist so dünn, dass sie in einen Bleistift passen würde.

"Die Karibik ist einer der Flecken der Erde, der besonders reich gesegnet ist an außergewöhnlichen Arten", kommentierte Michael Smith, führender Arten-Forscher bei der Organisation "Conservation International" in Washington. Wenn die Karibik diesen Reichtum aber in dem derzeitigen Tempo abbaue, "wird eines der am besten erhaltenen Natursysteme der Welt noch zu unseren Lebzeiten zerstört", warnt Smith.

Viele Biologen ordnen den "Hotspots" des Artenreichtums zu, die auf zusammen nur 1,4 Prozent der Erd-Landmasse 60 Prozent des weltweiten Artenreichtums beherbergen.

Der wissenschaftliche Name des nun entdeckten Geckos "Sphaerodactylus ariasae" geht auf die Zoologin Yvonne Arias zurück, die die dominikanische Artenschutzorganisation Grupo Jaragua Arias leitet. Diese war mit dem Ziel gegründet worden, den Jaragua Nationalpark auf der Karibikinsel Hispanola zu schützen und die Bevölkerung für ihren Erhalt zu begeistern.

@ Mehr Infos zur faszinierenden Welt der Mini-Tiere gibt es im Internet: caribjsci.org

Quelle: Westdeutsche Zeitung Dienstag, 4. Dezember 2001

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