Hinweise zur Giftschlangenhaltung

<< Uracoan-Klapperschlange (Crotalus vegrandis) auf einem Schlangenhaken

Einleitung: Als erstes sei dem Anfänger empfohlen, sich nicht mit der Giftschlangenhaltung auseinanderzusetzen, sondern sich erst einmal für einige Jahre mit den ungiftigen Vertretern der Schlangen zu befassen. Wenn man sich jedoch entschlossen hat, die Verantwortung für die Giftschlangenhaltung zu übernehmen, sollte man nicht direkt mit den giftigsten Schlangen beginnen. Dazu gehören z.B. alle Elapiden, einige Viperiden, wie z.B. Echis-Arten und einige Crotaliden, wie z.B. Crotalus vegrandis. Man sollte sich durchaus im Klaren darüber sein, dass man die Schlange auch einmal z.B. bei Häutungsproblemen in die Hand nehmen muss. Im Vorfeld sollte man sich auch überlegen, einem Serumverein beizutreten, oder sich mindestens zu erkundigen, wo das entsprechende Antiserum gelagert ist. Hierzu kann man die Nummer des Giftnotrufs München (Tel.: 089/19240; www.toxinfo.org ) wählen. Ist man z.B. schon gegen Insektenstiche allergisch, oder befinden sich Kinder im Haushalt, ist die Giftschlangenhaltung in jedem Falle abzulehnen. Auch sollte unter Alkoholeinfluss niemals an den Tieren herum gefingert werden. Durch den Alkohol im Körper, kann das Gift im Falle eines Bisses noch viel ernstere Folgen haben. Hat man sich dies alles gut durch den Kopf gehen lassen, so steht einer verantwortungsvollen Giftschlangenhaltung nichts mehr im Wege.

Der Giftschlangenraum: Im günstigsten Falle sollte man sich einen einzelnen, abschließbaren Raum für die Giftschlangen einrichten. Es sei auf jeden Fall darauf zu achten, dass Türen und Fenster dicht zu verschließen sind, um das Entkommen einer entwichenen Giftschlange aus dem Raum unmöglich zu machen. Ebenfalls sollten die Terrarien einzeln abgeschlossen sein. Die Terrarien und Regale und Schränke sind so anzuordnen, dass keine Schlange ungewollt unter ihnen verschwinden kann. Als kleiner Tip: auf hellem Boden, z.B. weißen Fliesen findet man jede Schlange schnell wieder.

Das Zubehör: Nun sollte man sich Gedanken über das benötigte Zubehör machen. Dazu gehört: Ein Schlangenhaken, auf dem man die Schlange halten kann (siehe Bild oben). Eine verschließbare Schlupfkiste, die man mit dem Haken verschließen kann. Zum Entfernen der Exkremente verwendet man einen verlängerten Löffel, der in der Länge so bemessen sein sollte, dass der Schlange keine Chance gegeben wird, den Pfleger zu beissen. Eine Schlangengreifzange und eine Schlinge sind nicht gerade zu empfehlen, da man die Tiere damit sehr schnell verletzen kann. Ein Terrarienschloss zum verschließen des Behälters ist als selbstverständlich anzusehen. Ein Extraktor oder Rasterschußapperat gehören meiner Meinung nach nicht zu dem Zuberhör dazu.

Die Behältereinrichtung: Das Terrarium sollte möglichst so eingerichtet sein, dass man einen Überblick darüber behält, wo sich die Schlangen befinden. Man kann sich eine Versteckkiste ins Terrarium setzen, die man verschließt, während man das Terrarium säubert oder man baut sich den Behälter so, dass man eine Trennwand einschieben kann. So kann man die jeweilige Hälfte des Terrariums gefahrenlos reinigen. Bei einigen Wüstenschlangen, wie z.B. Cerastes cerastes ist große Vorsicht geboten, da sie sich im feinen Sand vergraben. Bei einigen baumbewohnenden Schlangen, bei denen der Behälter üppig bepflanzt ist, sollte man vorher nachsehen, wo sich die Schlangen im Geäst befinden.

Anmerkung: Sachkenntnis und das nötige Verantwortungsbewußtsein sind für die Haltung von Giftschlangen die absolute Voraussetzung!!! Giftschlangen sind nicht dazu da, um zu beweisen, was für ein toller "Hecht" man ist. Sie sind Lebewesen, wie jedes andere Tier auch, dass Gefühle, wie z.B. Ängste und Schmerz haben kann. Sie können uns dies jedoch oft nicht zeigen. Die Natur hat diese beeindruckenden Geschöpfe mit ihrem Giftapperat ausgestattet, um Beute zu töten und um sich vor Feinden zu verteidigen. Zu sonst nichts!!!

Aktualisiert: 13/02/01 von Michael Köster & Mathias Pilscheur


Verpacken von Giftschlangen

Hier ist eine kleine Anleitung, wie man eine Giftschlange relativ ungefährlich verpacken kann:

1. Suchen Sie sich einen geeigneten Transportbehälter aus.
2. Das zu verpackende Tier sollte in der Nähe sein.
3. Greifen Sie die Schlange mit einem Haken
4. Heben Sie die Schlange vorsichtig an.
 
5. Die Schlange liegt mittig auf dem Haken.
6. Überführung in den Transportbehälter.
7. Legen Sie die Schlange vorsichtig ab.
8. Schließen Sie den Deckel und achten Sie darauf, dass Luftlöcher vorhanden sind, durch die die Schlange nicht entfliehen kann.

 

Aktualisiert: 13/02/01